Ein wilder Dschungel aus verschiedensten Materialien, aber was ist denn nun Nachhaltig? Bioplastik? Glas? oder doch was ganz anderes? – garnicht so einfach pauschal zu beantworten 🙂 – Warum? Das erfahrt Ihr jetzt.

Allgemeines

Es spielen extrem viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Wir wissen alle, Plastik ist schlecht – und muss extrem reduziert werden. Da kommt natürlich die Frage auf – wie genau kann ich das anstellen? Am besten ist es natürlich, so wenig Verpackung wie möglich zu kaufen. Funktioniert im Alltag leider nur Suboptimal. Denn wenn man sich die Läden & Drogerien mal anschaut, entsteht eine Flut an Verpackungmüll. Der beste Weg wäre ein Unverpacktladen. Hier wird komplett auf Verpackung verzichtet oder darauf geachtet, dass es im Mehrwegsystem angeboten wird.

Die meisten von Euch haben aber vielleicht nicht die Möglichkeit dort einzukaufen, da Ihr im Ort keinen Unverpacktladen habt. Schon stellt sich wieder die Frage was genau soll ich kaufen?

Glas – eine gute Alternative, oder vielleicht doch nicht?

Beim Thema Glas spalten sich die Nationen meine lieben :-). Viele Menschen schreien sofort laut auf “ Glas ist am Nachhaltigsten“. Jein! So pauschal kann man das leider nicht beantworten. Grundsätzlich wird Glas aus einem natürlichen Rohstoff hergestellt – nämlich Sand. Allerdings ist dieser, wie viele vielleicht vermuten, nicht unendlich vorhanden. Den Sand ist nicht gleich Sand.

Bestes Beispiel ist Dubai. Es liegt mitten in der Wüste, importiert aber Tonnen von Sand aus Australien, da der Örtliche Sand zu rund & glatt für die Bauindustrie ist. Desweiteren wird Glas bei der Herstellung auf ca 1000°C erhitzt und verursacht somit extrem viel Co2. Also würde hier nur das Mehrwegsystem Sinn machen. Allerdings ist es extrem aufwendig Glas zu reinigen. Es ist für die Firmen sehr kostspielig & verursacht extrem hohe Wasser- und Energiekosten.

Gewicht & Transportwege

Nicht zu vernachlässigen ist auch das Gewicht. Glas ist wesentlich schwerer und macht in meinen Augen nur Sinn, wenn die Transportwege wirklich kurz sind. Oder im Unverpacktladen in großen Gebinden. Plastikverpackungen sind generell wesentlich leichter als Glasverpackungen und verbrauchen somit beim Transport im LKW weniger Erdöl. Dadurch wird im Gegenzug weniger CO2 ausgestoßen. Das bedeutet, dass eine 0,5l PET-Flasche im Durchschnitt rund 140g CO2eq/kg Produkt verbraucht. Eine 0,5l Glasflasche hingegen verbraucht ungefähr 550g CO2eq/kg Produkt. 

Also ist Glas doch nicht nachhaltig?

Glas hat einen großen Vorteil. Es gibt keine Stoffe an die enthaltenen Produkte/ Lebensmittel ab. Das ist bei Plastik leider definitiv anders. Glas kann bis zu 30 mal Recycelt werden und macht für mich in einem Mehrwegsystem absolut Sinn. Leider ist es aber Oft so, dass Glas nur als Einwegsystem angeboten wird. Irgendwann ist auch der Bedarf Zuhause eingedeckt, sodass das Glas entsorgt & wieder eingeschmolzen wird. Ein großer Nachteil ist für mich die Glasverpackung im Badezimmer. Gerade an der Badewanne / Dusche oder Waschbecken.es ist mir schon häufig mal passiert das mir die Flasche runtergefallen ist. Zum Glück nur mir & nicht meinen Kindern. Und da stand Ich nun. In der Dusche zwischen den Scherben. Deswegen ist für mich Glas im Bad definitiv raus.

Aber auch da muss jeder für sich selber entscheiden. Ich persönlich nutze seid langer Zeit im Bad feste Produkte wie Seife oder festes Shampoo 🙂

Bioplastik aus Zuckerrohr

Biobasierte Kunststoffe brauchen zur Herstellung keine fossilen Rohstoffe, sondern nutzen nachwachsende Ressourcen. Anders als, zum Beispiel bei Biokunststoff auf der Basis von Maisstärke, müssen wir keine Bedenken haben, dass Ackerflächen für die Produktion von Lebensmitteln wegfallen. Grundsätzlich muss trotzdem genau hingeschaut werden, wo der Zuckerrohr herkommt. Wie es angebaut wird, ob Flächen für den Anbau gerodet werden, usw… Das ist natürlich immer schwierig direkt mit einem Blick zu erfahren. – Also bei Bio Plastik bitte immer genau hinschauen 🙂

Es gibt viele Hersteller die offen Kommunizieren, wo & wie Ihr Bioplastik hergestellt wird. Ein absoluter Vorzeigekanditat ist da für mich ganz klar Ponyhütchen 🙂

Wo kommt bei Ponyhütchen der Zuckerrohr her?

Das Zuckerrohr für die nachhaltigen Verpackungen wird in Brasilien produziert. Der große Energiebedarf bei der Herstellung des Bioethanols wird dabei mit den Reststoffen aus der Zuckerrohrverarbeitung gedeckt, die hierfür verbrannt werden, was die Ökobilanz des Kunststoffes aus Zuckerrohr verbessert.

Grundsätzlich ist die Herstellung des Bioplastiks aus Zuckerrohr ressourcenschonender weil es weniger Energie & Wasser braucht als zum  Beispiel Glas. Es werden auch keine Regenwälder abgeholzt, da die Anbaufläche gute 2500 km weit vom Amazonas Regenwald entfernt ist.

Leider ist es bei Bioplastik so, dass es 12 Wochen dauert bis es letzendlich komplett zersetzt ist. Das wird leider nur dann der Fall sein, wenn man einen eigenen Kompost im Garten hat. Unsere Müllverbrennungsanlagen sind leider nur für bis zu 10 Wochen ausgelegt. So wird also auch unser „Bio-Plastik“ in den meisten Fällen verbrannt. Allerdings ist es bei dem Bio-Plastik aus Zukerrohr, dass es bei seiner Verbrennung nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanze vorher aufgenommen hatte. Das ist deutlich weniger als bei erdölbasiertem Plastik. So entsteht ein in sich geschlossener Kreislauf.

Ist Bio Plastik denn jetzt Nachhaltig(er)?

Grundsätzlich gilt: Kunststoff welcher aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird, wie z.B. Zuckerrohr , ist eine Chance den Verbrauch an fossilen Rohstoffen zu verringern. Noch entstehen ca. 85% aller Produkte der organischen Chemie in Deutschland aus fossilen Rohstoffen. Von daher ist für mich persönlich dieser Weg einer, der in die richtige Richtung geht.

Fazit

Grundsätzlich muss jeder für sich selber entscheiden, was Ihm wichtig ist und was nicht. Glas macht in meinen Augen wirklich nur dann Sinn wenn, es sich um Mehrweg handelt oder man das Glas weiter verwenden kann. Ist es ein Einwegsystem und kommt in den Container ist es leider nicht mehr ganz so Umweltbewusst. Bio-Plastik ist eine schöne Alternative – wenn es denn aus Zuckerrohr ist. Denn bei Mais gehen wir den Meschen an Ihre eigene Nahrungsquelle, welches für mich keinen Sinn ergibt. Aber eins steht fest- die beste Verpackung ist keine :-).

Wie seht Ihr das? Habt Ihr euch mal intensiv mit diesen Themen auseinander gesetzt? Kennt Ihr eine weitere Verpackungsalternative? Lasst mir doch gerne einen Kommentar da.

Lebt grün 🙂

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