Plastik, wir alle kennen den Begriff und haben sicherlich auch dutzende Produkte aus Plastik zu Hause. Nicht nur in der Küche, sondern überall. Am schlimmsten aber vermutlich in den Kinderzimmern. Denn hier reicht ein kurzer Blick aus, um zu sehen das mindestens die Hälfte des Spielzeugs aus Plastik besteht.  

Aber was genau ist Plastik überhaupt?

Plastik ist eigentlich nur der Überbegriff, denn eigentlich sprechen wir hier vom Kunststoff. Wie es der Name schon sagt, kommt er nicht in der Natur vor und wird künstlich hergestellt. Kunststoffe sind synthetisch – aus dem Rohstoff Erdöl – oder halbsynthetisch – durch Modifikation natürlicher Polymere – hergestellte Festkörper.

Es gibt ganz viel unterschiedliche Arten z.B. weiche, gummiartige und natürlich die harten Kunststoffe. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass sich sog. Kunststoffe nicht abbauen lassen, bzw. sehr sehr lange dafür brauchen. Eine Plastikgetränkeflasche zum Beispiel benötigt rund 450 Jahre bis sie komplett abgebaut ist. Jetzt überlegen wir mal, wie viele von diesen Flaschen täglich in den Supermärkten gekauft werden.

Mikroplastik – was ist das schon wieder?!

Mikroplastik, sind kleinste Teilchen die eine größe von unter 5mm Durchmesser haben. Bei dem Trinkwasser zum Beispiel liegen die Teilchen noch deutlich darunter.  Aber sie befinden sich auch in unserer Kosmetik, Duschgel, Shampoo, Kleidung oder auch Zahnpasta. Sie werden somit auch von Meeresorganismen gefressen (Fisch & Muscheln). Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Mikroplastik, einmal das Primäre Mikroplastik und das herausgelöste Plastik (sekundäres Plastik).

Primäre Mikroplastik:

  • winzig kleine Kügelchen die extra hergestellt werden (flüssiges Plastik oder feines Granulat)
  • vorzufinden u.a. in Kosmetik, Peelings, Shampoos, Duschgele, Zahnpasta, uvm…
  • kommt auch als Flüssiges Bindemittel zum Einsatz

Sekundäres Mikroplastik

  • entsteht durch Abrieb von Autoreifen
  • waschen von Kleidung lösen sich sog. Kunstfasern heraus
  • zerfall größerer Kunststoffe durch Einwirkung von Sonne, Wind und Wellen

Diese kleinen Teilchen können von den Kläranlagen nicht komplett rausgefiltert werden, sodass diese dann in unsere Flüsse und Meere gelangen, die dort zu einem immer größeren Problem werden. Denn, gelangt das Mikroplastik einmal dorthin, bleibt es dort auch. Nachdem heutigen aktuellen Stand der Technik kann das Mikroplastik nicht aus den Gewässern gefiltert werden. Die sich bereits im Wasser befindlichen Umweltgifte werden durch die Oberflächenbeschaffenheit des Kunststoffes sozusagen angezogen und bleiben dort haften.  Die Umweltgifte werden dann wieder von den Bewohnern des Meeres erneut aufgenommen.

So wurden unter anderem im Fisch, Muscheln und Seehunden Mikroplastik nachgewiesen. Je kleiner das sog. Mikroplastik ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit das es von den Tieren aufgenommen wird. Diese Aufnahme hat natürlich auch folgen wie z.B.

  • Gewebeveränderungen
  • Entzündungen
  • innere Verletzungen
  • Tumorbildung
  • erhöhte Sterberate

Woran kann ich Mikroplastik erkennen?

Dass ist gar nicht so einfach wie gedacht. Ich habe eine Liste von Inhaltsstoffen gefunden, die dem einen oder anderen weiterhelfen könnte:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Dimethiconol
  • Methicone
  • Nylon-6 (Nylon-6)
  • Nylon-12 (Nylon-12)
  • Polyamide (PA)
  • Polyacrylat (PA)
  • Polymethylmetacrylat (PMMA)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polyethylen (PE)
  • Polyethyleneterephtalat (PET)
  • Polypropylen (PP)
  • Polypropylene glycol (PPG)
  • Polystyren (PS)
  • Polyurethan (PUR)
  • Silsesquioxane
  • Siloxane

Darüber hinaus ist auch in vielen handelsüblichen Haushaltsprodukten Mikroplastik zu finden

  • Kaugummi
  • Kleidung aus synthetischen Kunststoffen wie Fleece oder Polyester
  • Socken, Strumpfhosen, Leggings
  • Putztücher und Schwämme
  • Waschmittel und Weichspüler
  • Pfannen mit Teflon Beschichtung

Mikroplastik ist für zertifizierte Naturkosmetik nicht zugelassen. Die Hersteller verwenden nur pflanzliche oder mineralische Stoffe. Echte Naturkosmetik kannst du an deren Siegel erkennen wie z.B. Natrue, BDIH, Ecocert oder Demeter.

Viele Menschen hören und Wissen von der Thematik, aber zu wenig Menschen befassen sich ausgiebig damit. Der Weg geht sicherlich in die richtige Richtung, aber es muss noch so viel passieren. Nicht nur die Tiere sind dem ständigen Plastik bzw. Mikroplastik ausgesetzt. Auch wir Menschen haben täglich damit zu tun. In der Luft, im Wasser, in unseren kosmetischen Produkten- sogar in den Lebensmitteln.

Was kann ich also tun? Die sog. 3R-Regel

  • Reduce– also reduzieren, du könntest hinterfragen welche Produkte du wirklich benötigst und welche eher im Schrank stehen.
  • Re-Use-also wiederverwenden, z.B beim einkaufen den guten alten Stoffbeutel verwenden oder unverpackt, wenn euch die Möglichkeiten gegeben sind.
  • Recycle– nicht nur Glas, sondern auch Plastik, kann wiederverwertet werden. Aber natürlich nur wenn es richtig entsorgt wird.

Wer jetzt denkt – ich alleine- das bringt doch eh nichts! Du fängst schon damit an, dass du diesen Beitrag gelesen hast :). Nicht alles auf einmal, in kleinen Schritten – mit Erfolg!

Zum Schluss verlinke ich euch einmal ein Video zum Thema Plastik, welches vor kurzen auf RTL „Jenke Experiment“ ausgestrahlt wurde.

Lebt Grün 🙂

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